2019-11-11

Merkur-Transit vor der Sonne

Ort:Katzelsdorf
Zeit:12:30 – 14:00 UTC
Bedingungen:Durchzug von Wolken
Beobachter:Jürgen Stöger
Instrumente:Skywatcher ED 80/600 refractor, Baader Planetarium AstroSolar, Canon EOS 6d

Der letzte Transit des innersten Planeten vor der Sonne fand am 9. Mai 2016 statt, der diesjährige Vorübergang von Merkur vor der Sonnenscheibe sollte der letzte für die nächsten 13 Jahre sein. Der nächste von Mitteleuropa beobachtbare Merkurdurchgang wird erst wieder am 13. November 2032 stattfinden.

Da ich berufsbedingt nur eine ein- bis zweistündige Arbeitspause für die Beobachtung nutzen konnte, wurde bereits die Ausrüstung am Vorabend in Stellung gebracht. Der Wetterbericht verhieß zunächst nichts Gutes (durchgängige Bewölkung für den Großraum um Wiener Neustadt), allerdings zeigte die Vorhersage für den Beginn des Transits einige Wolkenlöcher voraus.

Mit CalSky wurden für Katzelsdorf folgende Durchgangsdaten ermittelt:

13h35m27.9s 1. Kontakt, Partieller Merkurtransit beginnt
Positionswinkel=110.2°, Vertikal-Positionswinkel=89.6°, Höhe=19.8°, Azimut=209.6° SSW
13h37m09.1s2. Kontakt, Kernschattenfinsternis beginnt
Positionswinkel=110.2°, Vertikal-Positionswinkel=89.3°, Höhe=19.7°, Azimut=210.0° SSW
16h19m38.6s Maximale Finsternis: Merkurtransit
Grösse=0.514%, Abdeckung=0.003%
Abstand=71.91″, Positionswinkel=24.2°, Vertikal-Positionswinkel=344.9°, Höhe=0.2°, Azimut=243.8° WSW,
Dauer der gesamten Finsternis=2h48m, Bewölkungswahrscheinlichkeit=45.6%, ET-UT=69.3sek
16h23.4m Finsternis bei Sonnenuntergang: Grösse=0.5%, Abdeckung=0.0%
Positionswinkel=7.0°, Vertikal-Positionswinkel=327.4°, Azimut=244.5° WSW

Grafische Darstellung in CalSky

Leider befand sich die Sonne zum Zeitpunkt des Transits zumeist hinter einer dichten Wolkendecke und kam nur zeitweise und auch nie vollständig raus. Aufgrund des niedrigen Sonnenstands und der hohen Sternwartensüdwand hatte ich nur ein kleines Zeitfenster, in dem der Transit aus der Sternwarte beobachtbar war.

gleich gehts los, 13:35:28 MEZ

Der ED-Apo mit Sonnenfilterfolie

Die wechselnde Bewölkung erschwerte das Fokusieren durch den Sucher der Canon 6D erheblich; die einzige Möglichkeit bestand in besseren Momenten auf den Sonnenrand zu fokusieren, die Aufnahme an der kleinen Kameraanzeige zu überprüfen, nachzufokusieren usw. Vorweg, es gelang mir nicht wirklich optimal.

12:50 UT, kurz nach dem 2. Kontakt

13:12 UT

Beim ersten Kontakt waren die Bedingungen sehr schlecht, d.h. sowohl visuell als auch fotografisch war nichts zu erkennen. Ca. 10 nach dem zweiten Kontakt konnte Merkur bereits vom äußeren Sonnenrand gelöst auf der Scheibe als kleiner Punkt erkannt werden. Visuell war in guten Momenten Merkur gut zu sehen. Mit dem Vixen-Klappspiegel war es leicht möglich zwischen visueller Beobachtung mit Okular (15 mm Televue, 40x) und Fotokamera umzuschalten. Zumeist aber war die Sicht auf den Planeten und Sonne so schlecht, dass nichts oder nur eine matte Scheibe erkennbar war.

14:14 UT

14:16 UT

Aufgrund der schlechten Bedingungen machte ich eine etwa einstündige Photopause. Die Pause brachte nicht viel; die Sonne war noch immer verdeckt. Wie bereits beim Merkur-Transit 2016 störten Wolken die ungetrübte Beobachtung. Hoffen wir auf besseres Wetter beim nächsten Merkur-Durchgang am 13. November 2032.

Bericht und Fotos von Jürgen Stöger