2020-04-22

Frühlings-Deep-Sky mit Galaxien und Kugelhaufen in CVn, Leo, Boo

Ort:Katzelsdorf
Datum/Zeit:22. April 2020, 20:10 – 20:25 UT, 21:00 – 22:15 UT
Bedingungen:5 mag, dunstig und gering transparenter Himmel, helle Umgebung durch Straßenlaternen
Beobachter:Jürgen Stöger
Instrumente:Celestron 11 / Okulare: Televue Panoptic 35 mm (80-fach), 22 mm (127-fach), Meade 6.7 mm (417-fach)

Angeregt durch die letzten Beobachtungsabende von Viktor und Christian, entschied ich mich ebenfalls, die nun bereits sehr lange wolkenlose und noch dazu mondfreie Zeit für Galaxienbeobachtung oder sogar -fotografie zu nutzen.

Tagsüber war es sehr dunstig und das Umfeld (naheliegende Bäume und Häuser) durch die Straßenlaternen im Süden übermäßig stark beleuchtet. Mein erster Gedanker: “das ist alles nur kein Nachthimmel mehr”, der für sinnvolle Deep-Sky-Beobachtung genutzt werden kann. Jedoch war der schwächste Kastenstern des Kleinen Wagen, UMi mit knapp 5 mag visueller Helligkeit direkt sichtbar, zeitweise sogar der nur 5,7 mag helle Stern η und ζ UMi erkennbar.

 

Das außen sehr staubige C11 in Richtung M 97, Eulennebel, ein planetarischer Nebel im Großen Wagen gerichtet

© JS

Beobachtete Objekte

Unvorbereitet, ohne besondere Beobachtungsziele ging ich diesmal ans Werk und so orientierte ich mich mal an den sichtbaren Sternbildern. Im Zenit stand der große Wagen. Kapella 30 Grad im Nordosten, Zwillinge schon sehr weit unten. Venus ist nicht mehr sichtbar, war sehr lange am Abendhimmel sichtbar. Löwe hat den Meridian schon überschritten. Rabe genau im Meridian. Orion bereits untergegangen. Kleiderbügelhaufen wirklich sehr auffällig im Meridian sichtbar. im Osten bereits Bootes zu sehen. NNo 30 Grad hoch bereits Wega (oder Deneb?) zu sehen. Heute ist die Nacht der Lyriden, aber noch keine Sternschnuppe gesehen.

Ich startete im Löwen und Coma Berenices mit Galaxien und Kugelsternhaufen.

NGC 2903: Spiralgalaxie beim Kopf des Löwen, bei 80-fach zeigt sich die ovale Form (3:1). Ich habe nicht weiter reinvergrößert, sondern gehe zum Leo-Triplett südlich des Fußes des liegenden Löwen.

M 65 und M 66 und NGC 3628, die drei Galaxien des Leo-Tripletts: bei M 66 fasziniert mich die unregelmäßige Form (80-fach). NGC 3628, erscheint als langgestrecktes Sandwich

NGC 4565: die “Nadelgalaxie”, bei 80-facher Vergrößerung zunächst nur die zentrale Ausbuchtung (Bulge) zu sehen und nicht die feinen Ausläufer beidseits, so schlecht waren die Bedingungen. Indirekt beobachtet wird die Galaxie immer länger. Ober- und unterhalb der zentralen Ausbuchtung befindet sich jeweils ein schwacher Stern, wobei ein Stern näher beim Zentrum liegt.

NGC 4494: kleinere Galaxie, im 35 mm und 22 mm TV Panoptic beobachtet, hellerer Kern, kreisrunder Bereich, indirekt beobachtet “fusselt” die Galaxie richtig, in der Umgebung einige Sterne und ein hellerer Stern, nicht spektakulär

NGC 4559: Galaxie, die bei 80-fach schwach erscheint, daneben etwas Kleineres, das dürfte aber ein Stern sein, länglich elongiert 3:1, aber nicht in Kantenlage, auf einer Seite der Galaxie sind zwei Sterne zu sehen (Unterseite), auf der breiten Seite (Mitte) noch ein hellerer Stern. Gleichmäßige Helligkeitsverteilung.

M 104, die Sombrerogalaxie steht sehr tief, ungünstig aus meiner Sternwarte zu beobachten, ist aber diesmal eigenartigerweise ein wirklich einfaches Objekt. Bei 80-fach: verdichteter Kern, scharf begrenzt eher auf der unteren Seite, wo es zu den Sternen hingeht, im 22 mm Televue Panoptic (127-fach) kommt der Sombrero-Hut schon sehr deutlich raus, im 15 mm Panoptic sieht die Galaxie wie eine fliegende Untertasse aus, auf einer Längseite befindet sich ein heller Stern, auf den blendend fokussiert werden kann. oberhalb der Mitte noch ein Stern. zentral verdichteter Kern. Struktur in der Galaxie sichtbar

NGC 4725: 35 mm, kleine Galaxie, mit dichten hellen kern, indirekt betrachtet scheint die Gx um einiges größer zu sein,

M 64: die gx mit dem schwarzen Auge, gx wirkt bereits im 35 mm groß, diffus länglich, oval, ein heller STern daneben, dort wo der Stern ist, ist praktisch auch das schwarze Auge, im 22 mm pan wirkt die gx noch stärker, schwarzes Auge aber nicht mehr so gut sichtbar, 15 mm brachte keine Verbesserung, gx sehr groß, kern heller, schwarzer teil gut erkennbar auf dieser Seite scharf begrenzt.

M 53: Kugelsternhaufen: bildet ein Sterndreieck mit zwei helleren Basissternen, indirekt blitzen einige Sterne heraus, runde Form, im 15mm/6.7mm Okular treten die Einzelsterne hervor, sieht jetzt eher aus wie ein ganz dichter offener Sternhaufen,

M 3: Kugelsternhaufen: bei 80x fantastischer Anblick, grieslert, Einzelsterne bereits herauslösbar, M 3 ist eingespannt in einem weitläufigen Rechteck mit zwei helleren Komponenten, 22mm panoptic ksh bis in das Zentrum aufgelöst, hartnäckig abser sehr guter Eindruck, im 15 mm/6.7mm aufgelöst ( es gehen von zwei wenn nicht drei Seiten Sternarme weg, wirkt wie eine Spinne, schaut wie hörner aus, auf einer Seite eine Sternenreihe mit drei Sternen.

M 51: Die Spiralgalaxie wirkt bei 80-facher Vergrößerung sehr flau. Die Spiralarme in der großen Galaxie sind sichtbar; in den Spiralarmen ist ein Stern erkennbar, im 22 mm Panoptic deutlicher erkennbar. Wirkliche schwache Transparenz oder ist die Schmidtplatte belegt? Egal, lange werde ich sowieso nicht mehr beobachten.

M 97: Der Eulennebel wurde bei 80-facher Vergrößerung, ohne Filter beobachtet. Es erscheint aufgrund der Bedingungenen nur ein kreisrunder großer, matter Fleck mit einem Stern daneben, die Augen (dunklen Ausbuchtungen) waren nicht sichtbar.

Foto und Bericht von Jürgen Stöger